Die Bauweise “Schwedenhaus” steht für skandinavische Tradition. Meist in Holzrahmenbau erstelle Tafelel- emente (im Werk vorgefertigte Decken und Wandelemente) werden per LKW von Schweden auf die Baustelle gebracht, vor Ort von Zimmerleuten (mit Hilfe eines Kranes) aufgebaut und in wenigen Tagen regendicht gemacht. Bei Verwendung von Klimaboden- platten, wo kein Estrich zum Einsatz kommt, spricht man so von einem 100% Trockenbau. Von den Importeuren werden meist verschiedene Ausbaustufen angeboten. Der Bauherr hat so mit die Möglichkeit bei Innenausbau selber mitzuwerken und kann so Geld sparen (Muskelhypothek).
Möglicher Wandaufbau von außen nach innen:
- Fassadenverkleidung mit sägerauhen oder gehobelten Profilbrettern
- Lattung für Lüftungsebene
- Windschutzplatte
- Ständerwerk mit Dämmung (oft Mineralwolle)
- Dampfsperre
- Lattung für Installationsebene (oft mit Dämmung)
- Spanplatte (zum Aussteifen der Konstruktion)
- Gipskarton
Nach schwedischem Standard wird traditionell “K24-Holz” verwendet, welches mit dem deutschen Standard “KVH-Holz” (Konstruktionsvollholz) vergleichbar ist. Das Holz wird mind. 2 Jahre auf 15% Restfeuchte luftgetrocknet, teilweise auch kammergetrocknet.
Das rote Schwedenhaus
oder warum sind die Holzhäuser in Schweden überwiegend dunkelrot?
Das Dunkelrot der schwedischen Holzhäuser ist ideal, teils weil es die Wärme der Sonne anzieht, teils aber auch, um in der weißen Schneewüste des nordländischen Winters eine kräftige Farbe in der Landschaft zu behalten. Warum es aber gerade Dunkelrot war, das das Symbol des „schwedischen Häuschens“ begründete, hat eine andere Erklärung.
Schon im 11. Jhd begann man in Falun, heute eine Kleinstadt in Mittelschweden, Kupfer zu gewinnen. Das Kupferbergwerk von Falun war nicht nur das älteste Europas, es hatte bis ins 19. Jhd. sogar Weltruf. Die rote Farbe ist ein Abfallprodukt der Kupfererzeugung. Es war also in Hülle und Fülle vorhanden. Nachdem Schweden klimabedingt lange Zeit ein armes Land war, war die rote Farbe aus Falun das billigste Mittel zur „Fassadengestaltung“.
Auch wenn heute noch etwas aus Holz gebaut wird – ob Sommerhaus, Kuhstall oder freistehende Sauna, wird das traditionelle Rot verwendet. Falunrot („falu rödfärg“) ist in Schweden ein eigener Begriff. Es geht sogar so weit, dass man die Extrawurst, die ungefähr dieselbe Farbnuance aufweist, Falunwurst nennt. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.








sehr guter beitrag der gefällt mir
Guter Beitrag nur das mit der Historie der Rödfärg stimmt so nicht :-)
Faluröd war nicht billig da Roggenmehl und Leinöl als Bindemittel genutzt wurde
Der rote Farbton kommt vom Eisenoxid und nicht vom Kupfer
Weiter ist noch Kieselsäure und Zink enthalten
Die rote Farbe wurde beliebt weil es Wohlstand zeigen sollte.
Nur die Reichen und Wohlhabenden konnten sich in der Zeit
ein Ziegelsteinhaus leisten und so wurde eben das einfache Holzhaus rot gestrichen damit es so aussieht als ob ;-)
Später ist die Farbe weitegenutzt worden weil es Tradion war und/oder es nichts anderes gab.
Heute ist die Rödfarg m.M. nach einer der günstigsten
Methoden sein Holzhaus zu verkleiden und zu schützen.
Vorausgesetzt, sägeraues Holz.
Gruß
aus Småland vom Gös